Die Entwicklung Veldens von der ersten urkundlichen Erwähnung

um 800
Velden ist ursprüngliches Entwicklungszentrum des bayerischen Nordgaues: Es entsteht ein Reichshof mit Nebengebäuden zur Erschließung und Verwaltung des großen Forstgebietes sowie eine Urpfarrei zur Christianisierung des Nordgaues.

889
Erste urkundliche Erwähnung Veldens. Am 1. Mai 889 stellte Kaiser Arnulf von Kärnten zu "Velden am Pegnitzflusse" eine Urkunde aus.

912
König Konrad I. (911-918) übergibt die Kirche zu Velden, erbaut um 900, dem Bischof von Eichstätt.

1009
Kaiser Heinrich II. (1002-1024) schenkt den Königshof Velden dem Bistum Bamberg.

um 1100
Velden gehört als Reichsdomäne zur Burg von Nürnberg und kommt kurze Zeit später in den Besitz der Hohenstaufen.

1269
Velden wird vom letzten Hohenstaufen Konradin auf die Herzöge Ludwig und Heinrich von Baiern vererbt.

um 1275
Velden wird unter der Herrschaft der Wittelsbacher Markt.

1329
Velden gelangt mit einem Teil des baierischen Nordgaues, der Oberpfalz, durch den Hausvertrag von Pavia an die Pfalzgrafen Rudolf II und Ruprecht d. Ä.

1349
Der König von Böhmen und der deutsche König Karl IV verlobt sich mit Rudolfs II Tochter Anna und erhält pfandweise als Mitgift die Burgen Hartenstein und Neidstein sowie die Märkte Auerbach, Velden und Plech.

1355
Karl IV verleibte, nach Rudolfs II Tod 1553, neben anderen fränkischen Orten auch Velden "für ewige Zeiten" in sein Königreich ein.

1358
Velden erhält durch Kaiser Karl IV das Fischereirecht in der Pegnitz.

1363 bis 1367
Bau der neuen großen Veldener Kirche und Errichtung des Hochaltars.

1374
Velden wird zum Sitz eines Halsgerichtes (Hochgericht).

1376
Am 14. Mai 1376 verleiht Kaiser Karl IV Velden das Stadtrecht.

1402
Unter König Wenzel (Sohn Karls IV) erobern die Pfalzgrafen v. Rhein Städte, Ämter, Burgen, u. a. Auerbach, Hartenstein, Rothenburg und somit auch Velden. Velden wird Wittelsbachisch.

um 1420
Bau der Stadtmauer mit drei Tortürmen und acht Mauertürmen.

1460
Errichtung der St. Gotthardskapelle bei Velden durch eine Stiftung des Kunz Waltz, Hammermeister von Neuensorg und Bürger Veldens.

1481
Erbauung des Richterschlosses in Velden (1541 abgebrochen).

1504
Im Landshuter Erbfolgekrieg bedrohen nürnbergische Truppen das Städtchen, das sich ihnen am 8. Juli 1504 ergibt. Vier Tage später eroberte der pfälzische Pfleger Balthasar von Seckendorf mit 700 bis 800 Mann die Stadt zurück. Bürgermeister Lorenz Göbel wird auf dem Marktplatz erstochen, die Stadt geplündert und bis auf die Kirche und Pfarrhaus niedergebrannt.

1505
Durch Beschluss des Kölner Reichstages vom 30. Juli 1505 wird Velden endgültig der freien Reichsstadt Nürnberg zugesprochen. Der Wiederaufbau beginnt.

1513
Der Nürnberger Rat setzt Jobst Tobler als ersten Richter und Pfleger im Pflegamt Velden ein.

1523
Renovierung des nicht mehr vorhandenen Rathauses am Marktplatz.

1524 bis 1525
Einführung der kirchlichen Reformation, Velden wird protestantisch.

1523
Neubau des großen repräsentativen Pflegschlosses mit Nebengebäuden.

1605
Am 7. September vernichtete eine Brandkatastrophe (Feuersbrunst) 16 Häuser.

1627
Unter dem Pfleger Christoph Waldstromer verteidigt sich das Städtchen am 19./20. Mai 1627 gegen den Angriff durch 1500 Mann Kaiserlichen Kriegsvolkes: "Sturm auf Velden" im Dreißigjährigen Krieg (1618-1648).

1634
Velden wird von den Kaiserlichen erneut angegriffen, geplündert und angezündet, wobei 48 Häuser niederbrennen. Velden selbst bleibt jedoch weiterhin nürnbergisch.

1691
Bau eines neuen Schulhauses.

1699
Errichtung einer Stadt-Apotheke zu Velden.

1703
Im Spanischen Erbfolgekrieg wird Velden von baierischen Truppen bedroht, jedoch von Verbündeten, welche die Bayern am 24. Mai 1703 in der Schlacht bei Krottensee besiegen, vor weiteren Gefahren behütet. Der tapfere Pfleger Veldens, Christoph Johann Holzschuher fand bei den Kämpfen den Tod.

1714
Bei einem neuerlichen Brand werden 15 Stadel und ein Nebengebäude ein Raub der Flammen.

1724
Der Turm der Kirche wird umfassend ausgebessert und um ein Stockwerk erhöht.

1725
Errichtung des heutigen Pfarrhauses als zweigeschossiger Barockbau mit Mansardendach.

1729
Kirchenrenovierung: das Schiff wird um 9 Schuh erhöht und barockisiert, der Chor bleibt in seiner alten gotischen Gestalt erhalten.

1739
Das alte Rathaus auf dem Marktplatz wird abgerissen, die Sitzungen unter Vorsitz des Pflegers finden im Pflegschloss statt.

1796
Durchmärsche und Einquartierungen der französischen Armee im Nürnberger Gebiet. Beim Rückzug nach der Schlacht bei Schwarzenfeld gegen die Österreicher schlägt General Jourdan sein Hauptquartier in Velden auf (24./25. August 1796).

1806
Die Reichsstadt Nürnberg mit ihrem ganzen Territorium wird dem Königreich Bayern einverleibt. Das Veldener Pflegamt wird aufgelöst und dem Landgericht Hersbruck unterstellt.

1850
Abbruch des Wassertores an der Pegnitzbrücke.

1853
In Velden wird eine Postexpedition errichtet (erste Poststelle).

1859
Bau der Distriktstraße von Velden nach Neuhaus, hierbei Abbruch des Meßnerturmes in der Nähe des Pfarrhofes und des alten Schulhauses von 1691.

1863
Bau des sogenannten alten Schulhauses (heute evangelisches Gemeindehaus).

1873
Errichtung eines Gedenksteins an Bürgermeister Lorenz Göbel (1504 ermordet).

1874
Infolge Brandstiftung gehen das Richtertor, 9 Wohnhäuser, 4 Scheunen und 5 andere Gebäude in Flammen auf.

1877
Eröffnung der eingleisigen Pegnitztalbahn mit der Haltestelle Velden in Güntersthal. Am 25. August 1877 Feier des Geburts- und Namensfestes König Ludwigs und 500jährigen Stadtjubiläums zu Velden (überlieferte Rede von Bürgermeister Johann Georg Tauber).

1886
Bau des sogenannten neuen Schulhauses östlich der Kirche (heute Vikariat der evangelischen Kirchengemeinde).

1901
Einführung der elektrischen Beleuchtung in Velden.

1903
Erbauung der eisernen Brücke über die Pegnitz.

1925
Inbetriebnahme der Wasserleitung.

1940
Beginn der Bebauung der Eckart-Siedlung (Heinz-Neidhardt-Ring).

1945
Kurz vor Ende des unseligen zweiten Weltkrieges trifft Velden - wie oft in seiner langen Geschichte - ein schwerer Schicksalsschlag: Am 17. April 1945 Durchmarsch amerikanischer Panzertruppen ohne Kampfhandlungen. Als jedoch zwei Tage später versprengte deutsche Soldaten ein amerikanisches Aufklärungsflugzeug beschossen, wird Velden am 19. April 1945 bombardiert und der alte Stadtkern zerstört. Am darauffolgenden 20. April entstanden durch Artilleriebeschuss abermals Brände. Insgesamt wurden 53 Wohnhäuser, 18 Scheunen und 32 Stall- und Nebengebäude vernichtet. Vier Menschen, darunter zwei im blühenden Jugendalter, mussten ihr Leben lassen.

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